Zündapp Hai 25

Ich war 15 und hing im Krebelshof in Köln‑Worringen mit den Mofa‑Rockern rum.
Klar wollte ich dazugehören.

Mein Vater hatte allerdings andere Pläne.
Er wollte mir ein Peugeot Mofa mit Automatik kaufen.

Automatik.

Meine Antwort war eindeutig: „Dann gehe ich lieber zu Fuß.“Ich dachte, das Thema wäre durch. War es aber nicht. Mein Vater gab nach: „Such dir ein anderes aus.“

Die Entscheidung

Eigentlich wollte ich eine Kreidler Flory.
Damals wusste jeder: Die konntest du aufmachen bis zum geht nicht mehr.

Aber da standen nur:

  • Peugeot
  • Hercules
  • Zündapp

Eine Prima? Nein. Eine G3? Auch nicht.

Und dann stand sie da.

Eine Hai 25. Weiß. Enduro‑Optik.

„DIE nehme ich.“

Und ich bekam sie.

Danke, Dad.

Der Reality‑Check

Ich fuhr stolz bei meinen Kumpels vor. Endlich ein eigenes Bike. Der Stolz hielt genau bis zur ersten gemeinsamen Ausfahrt. Während die anderen am Horizont verschwanden, wurde ich gefühlt immer langsamer.

Zu langsam. So geht das nicht.

Das Problem:

Ich hatte keine Ahnung.

Keine Ahnung von Motoren.
Keine Ahnung von Vergasern.
Keine Ahnung von Übersetzungen.

Eigentlich von gar nichts.

Aber ich hatte:

  • Neugier
  • Mut
  • und den festen Willen, es hinzukriegen

Aus der braven Hai wurde etwas völlig anderes. Nicht durch ein bisschen Rumfeilen – sondern Schritt für Schritt das komplette Programm.

Die ersten Versuche waren simpel:

Flöte aus dem Auspuff raus. Dann ans Ritzeln.

Vorne groß, hinten klein – DAS IST FEIN!

Zündapp hatte da einen Bolzen drin. Feile genommen. Und schon war der Bolzen weg.

Vorne 13. Hinten 39.

Eskalationsstufe

Dann wurde es ernster:

  • Zylinder: KS 50 6,25 PS!
  • Vergaser: 21er Dell’Orto, offener Ansaugtrichter
  • Auspuff: Resonanzanlage aus Venlo
  • Feinarbeit: Kolben selbst bearbeitet
  • Übersetzung: maximal auf Geschwindigkeit ausgelegt

Das Ergebnis?

Ein Mofa, das mit dem Original nichts mehr zu tun hatte.

Und dann kam die Optik.

Chrom muss her.

Schrottplatz, Händler, Selbstbau, alles, was irgendwie passt.

Dann der Lenker, natürlich APEHANGER. Problem: Die Gas/Kuppulungs-Seil waren zu kurz. Beim nächsten Bike wusste ich das!

Am meisten feiere ich bis heute die Fußrasten:

  • 2 Rohrschellen
  • eine Gewindestange
  • 3/8 Zoll Chromrohr
  • zwei Hutmuttern

Am Rahmen unter dem Krümmer festgemacht. Fertig.

KI generiert, doch genau so hat sie ausgesehen!

Nur leider hatte die Polizei damit ein Problem. Ich eher weniger.

Meine „Fluchtstrategie“ war simpel:

  • kurz Autobahn
  • dann Böschung runter
  • Feldweg
  • oder die nächste enge Gasse

Hat meistens funktioniert. Nicht immer.

Einmal Angehalten, weil ohne Helm. Der Polizist wollte mich eigentlich laufen lassen. Bis mein Auspuff beim Absteigen abgefallen ist. Heiß. Laut. Auffällig.

Polizist: „Das ist ja ein Mofa!“

Ich so: „Dann brauch ich ja keinen Helm, oder?“ 😉

War… sagen wir… nicht hilfreich.

Das Ende der Hai kam nicht durch die Polizei. Sondern durch physikalische Realität. Ampelrennen gegen eine 80er. Erster Gang rein, Vollgas, Kupplung schnalzen lassen.

KRACH.

ENDE.

Das Getriebe war durch.

Ich habe es noch „repariert“ verkauft und für das Geld eine Yamaha RD 250 Baujahr 1978 gekauft.


Mit der RD bin ich dann zu Führerscheinprüfung gefahren …. doch das ist eine andere Geschichte.

FahrzeugherstellerZündapp
TypHAI 25
Ausführung448-150
Baujahr1980-1982
KategorieMofa
Motor
Motor278-57L0
MotortypEinzylinder, 2-Takt
Hubraum49,9 cm3
Leistung1 kW (1,7 PS) bei 4200/min
AntriebsartKette
Getriebe3-Gang Handschaltung
KühlungFahrtwindgekühlt
Höchstgeschwindigkeit25 km/h
StartertypPedale
Anzahl der Sitzplätze1
Gewichte und Abmessungen
Räder und Bereifung
Luftdruck vorn1,8 bar
Luftdruck hinten2,0 bar
VorderbremseTrommelbremse 120 mm
HinterbremseTrommelbremse 120 mm
Vergaser
HerstellerFritz Hintermayr GmbH Nürnberg
TypBING 17/10/107
Hauptdüse44
Übersetzung
Ritzel11 Zähne
Kettenrad47 Zähne
Füllmengen
Kraftstofftank8,8 Liter, davon Reserve 1,4 Liter
Getriebe0,350 Liter
Mischung1:50
Elektrik
ZündungBosch-Kontaktzündung
Elektrische Anlage6 Volt
ZündkerzeBosch W8D