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Kawasaki VN 800 Classic — Bad Steel. Mathilda. Mein Ding.
Manche Bikes kauft man. Manche baut man. Und manche — die erfindet man.
Die VN 800 Classic kam als ordentlicher Cruiser zu mir. Chromakzente, brave Linie, solide Maschine. Nichts woran das Auge hängen bleibt. Aber ich sah was anderes. Ich sah Mathilda.
Der Name kam später. Zuerst kam die Arbeit. Inspired by Lnspltblvd!
Apehanger — die bleiben.
Schon an der CB 650 hatte ich Apehanger verbaut — diese hohen, weit nach oben gezogenen Lenker die dich bei langen Geraden einfach weit zurücklehnen lassen. An der VN hab ich sie behalten. Warum auch nicht. Es passte. An der Harley hab ich sie später kürzer gehalten — aber das ist eine andere Geschichte.
Krümmer wickeln — ein Erlebnis.
Nicht im guten Sinn. Auspuffkrümmer wickeln klingt nach einer Stunde Arbeit. Ist es nicht. Es ist heiß, eng, schweißtreibend — und man verbrennt sich garantiert mindestens einmal. Ich weiß das aus Erfahrung. Aber das Ergebnis — dieser rau-industrielle Look der gewickelten Krümmer — passte perfekt zu dem was ich vorhatte.
Weil ich vorhatte, dass diese Maschine bös aussieht.

Schutzbleche blank. Klarlack drauf. Fertig.
Kein Chrom. Keine Farbe. Nur das nackte Metall, versiegelt mit Klarlack. Der Effekt ist brutal gut — dieses kalte, rohe Grau das je nach Licht fast silbern oder fast schwarz wirkt. Böse. Genau so wie ich es wollte.



Der Tank. Bad Steel.
Schwarz lackiert. Metallplatten drauf — nicht wirklich, aber so bemalt dass es aussieht als würde darunter eine zusammengeniete Panzerplatte stecken. Risse, Nieten, Platten. Als ob jemand dieses Ding zusammengeschweißt hätte um damit durch eine Wand zu fahren. „Bad Steel“ stand drauf. In Großbuchstaben. Und sie verdiente den Namen.



Ich nannte sie Mathilda.
Was noch dazukam:
Solo-Sitz mit mitschwingenden Heckfender. Seitlicher Kennzeichenhalter. Hyper Charger Luftfilter. LED-Blinker. Komplette Elektrik neu — wie immer mit der Motogadget mo.unit basic. Und natürlich: Ausgleichswellendämpfer getauscht. Dem Thema hab ich einen eigenen Artikel gewidmet, weil es jeden VN 800-Käufer angehen sollte — schau rein.
Den Motorheber hab ich übrigens selbst gebaut. Zwei Bierkästen und ein CB 650-Motor haben mich das gelehrt. Wer das nicht versteht, liest besser erst das CB-Kapitel.
Mathilda war kein Motorrad mehr. Sie war ein Statement.
Kein Cruiser. Kein Chopper. Kein Bobber. Irgendwas dazwischen — und auf keiner Straße zweimal zu sehen. Ich hab sie geliebt.
Aber wie immer: zu groß für die Garage, zu klein für mein Ego.
Teile verkauft. Mathilda verkauft. Und das Geld floss direkt ins nächste Projekt.
Karl wartete schon.
Kaufberatung VN 800 — damit du nicht in meine Fallen tappst
Die VN 800 gilt zurecht als Panzer. Fast unkaputtbar. Das „fast“ ist teuer wenn man es ignoriert.
Ausgleichswellendämpfer — metallisches Klopfen oder Klappern wenn sie kalt ist, starke Vibrationen beim Gasgeben. Die Gummidämpfer verschleißen, es entsteht Spiel, und wenn du es ignorierst wird’s richtig teuer. Eigener Artikel — lies ihn.
Benzinhahn und Vergaser — der Unterdruckhahn wird undicht, Benzin läuft in den Vergaser, von dort in den Zylinder, von dort ins Motoröl. Beim Kauf: Öleinfüllstutzen aufmachen, riechen. Benzingeruch bedeutet: Finger weg oder Preis halbieren.
Tachowelle — bricht gerne. Danach stimmt der Kilometerstand nicht mehr. Alte TÜV-Berichte anfordern, Verlauf prüfen.
Kettensatz ab 50.000 km — Steuerketten und Wasserpumpenkette können ihr Lebensende erreichen. Warm laufen lassen, lauschen. Rasseln ist eine Ansage.
Rost im Tank — Standzeiten, Kondenswasser, Rost. Taschenlampe rein — niemals Feuerzeug. Braune Schuppen bedeuten: entrosten und versiegeln. Ich kenn das, die Suzi hat mich das gelehrt.
Reifen — Profil gut, Gummi steinalt. DOT-Nummer checken. Über fünf, sechs Jahre: tauschen.
Laderegler — Multimeter an die Batterie, Motor warm, Gas geben. Über 15 Volt: Spannungsregler hin, Batterie lebt nicht mehr lang.
Speichen — alle durchfühlen. Eine gebrochene übersieht man leicht.
Wenn das Öl nicht nach Benzin riecht, der Tank sauber ist und der Motor kalt wie warm ruhig läuft — Glückwunsch. Du hast einen Volltreffer.
Technische Daten
Tankinhalt: 14 Liter
Motor: 805 ccm, 4-Takt, luftgekühlt, V2
Leistung: 50 PS (37 kW) bei 6.000 U/min
Drehmoment: 60 Nm bei 3.200 U/min
Getriebe: 5-Gang
Gewicht: ca. 250 kg
Die Kawasaki VN 800 Classic ist ein elegantes Cruiser-Motorrad, das durch seinen kraftvollen V2-Motor und den klassischen Look besticht. Mit einem 805 ccm Motor liefert sie eine Leistung von 50 PS bei 6.000 U/min und ein maximales Drehmoment von 60 Nm bei 3.200 U/min. Die VN 800 Classic bietet eine komfortable Fahrposition und ist ideal für entspannte Touren.