
Honda CB 650 C — Vom Schnäppchen zum Alptraum zum Chopper
Von der Suzi-Kohle direkt ins nächste Projekt. Die Honda CB 650 C kam zu mir — klassisch, zuverlässig, und für mich erst der Anfang. Ich hatte eine Vision. Die sollte sich komplett verändern.
Aber erstmal: fahren bringen.
Klingt simpel. War es nicht.
Die Vergaser — vier Stück, in Reihe — wollten partout nicht mitspielen. Und wer schon mal an einem laufenden Reihenvierzylinder herumgeschraubt hat, weiß: die Auspuffkrümmer sind genau dort wo du mit den Knöcheln langkommst. Ich hab mir die Knöchel am Motor verbrannt. Klassiker. Willkommen in der Honda CB 650 Welt.



Dann der TÜV. Ich sag nur: Horror.
Mit sämtlichen Umbauten. Der Auspuff war das schlimmste Kapitel. Aber die Elektrik? Die hatte ich dank der Motogadget mo.unit basic im Griff — wer die GS-Geschichte gelesen hat, weiß schon warum ich das Teil nie wieder hergebe.
Also: Vergaser — ab zum Schrauber. Ich bin hingefahren. Auf eigener Maschine. Nach 14 Tagen kam der Anruf: „Du musst kommen.“
Ich komme. Das Bike liegt in Teilen auf dem Boden. Der Mann schaut mich an wie einen Verbrecher und fragt: „Wer hat dir dafür TÜV gegeben?“ Und dann fängt er an. Vergaser schrott — neue brauche ich. Gabelholme schrott — neue brauche ich. Ich besorge. Und besorge. Und er wird nicht fertig. Nie. Fertig.
Was ich damals noch nicht wusste: der konnte mit AME-Gabelholmen schlicht nicht umgehen. Es gibt nämlich verschiedene Typen — und deren Zusammenbau ist nicht trivial. Das hab ich später selbst rausgefunden. Per YouTube. Weil YouTube nicht lügt und keine Rechnung schreibt.
Irgendwann hatte ich die Schnauze voll. Anhänger geholt, nach Karlshuld gefahren, Bike in Einzelteilen wieder abgeholt. Zuhause zusammengebaut — läuft wieder.



Aber die Vergaser, immer noch die Vergaser.
Also: nächster Schrauber. Der zerlegt die Vergaser, ruft an: „Sind Schrott, brauchst neue.“
Ich fahr hin. Zweites Mal mit Anhänger. Bike und zerlegte Vergaser einladen. Wieder nach Hause. Wieder zusammenbauen.
Am Ende hatte ich vier AME-Gabelholme in der Garage. Vier. Weil mir zwei verschiedene Leute eingeredet hatten, die alten wären das Problem. Sie waren es nicht. Das Problem saß vor der Werkbank.
Augen auf bei der Schrauberwahl. Es gibt gewisse Zeitgenossen — und ja, einer hieß wirklich Bimbo, der andere Peter — denen ist dein Wohl herzlich egal und dein Portemonnaie sehr interessant. Du weißt jetzt wer gemeint ist.
Zuhause, Vergaser selbst hinbekommen, und dabei auf eBay einen besseren Motor entdeckt. 63 PS statt der mageren 50 die drin waren. Meins. Sofort.


Und dann — bitte nicht lachen — Motortausch auf zwei Bierkästen. Seitlich. Ich kann das nicht empfehlen. Aber es hat funktioniert. Wer verstehen will warum ich mir beim VN 800 Projekt einen eigenen Motorheber gebastelt habe — jetzt wisst ihr’s.

Endlich fertig. TÜV durch. Motor brummt. Alles gut.
Außer: das Ding ist mir zu klein.
Zu schmal, zu kompakt, irgendwie nicht meins. Also: Chopper-Umbau, AME-Style, neue Linien, eigene Details — und dann auf Kleinanzeigen. Bike plus alle angesammelten Teile ergaben 3.000 Euro. Cash. Direkt ins nächste Projekt geflossen: die Kawasaki VN 800.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Technische Daten
Tankinhalt: 17 Liter
Motor: 650 ccm, 4-Takt, luftgekühlt
Leistung: 63 PS (ursprünglich 50 PS, Motortausch via eBay)
Drehmoment: 54 Nm bei 7.500 U/min
Getriebe: 5-Gang
Gewicht: ca. 230 kg
Die Honda CB 650 C ist ein stilvolles und vielseitiges Motorrad, das sowohl für den Alltag als auch für längere Touren geeignet ist. Mit ihrem 650 ccm 4-Takt-Motor liefert sie eine Leistung von 63 PS bei 9.000 U/min und ein maximales Drehmoment von 54 Nm bei 7.500 U/min. Die CB 650 C kombiniert klassisches Design mit moderner Technik und bietet einen hohen Fahrkomfort.