Die Jugend-Bikes

— RD 250, XJ 650, GS 750 R

Zwischen der Hai 25 und allem, was danach kam, liegen die Bikes meiner Jugend.

Gefahren. Geliebt. Vernachlässigt.

Und eine Lektion, die ich nie wieder vergessen habe.

Yamaha RD 250 — der Führerschein

Die Hai war Geschichte. Getriebe durch, „repariert“ verkauft.

Für das Geld: eine Yamaha RD 250, Baujahr 1978.

Mit der bin ich zur Führerscheinprüfung gefahren. Ja — MIT der RD. ZUR Prüfung.

Dem Prüfer gefiel mein Name. Von der Burk. „RAUBRITTER“ nannte er mich.

Dann das Hütchen-Spiel. Erster Versuch: viel zu langsam. Zweiter Versuch: richtig schnell — und ganz knapp ein Hütchen umgefahren.

Normalerweise wäre ich raus gewesen.

Der Prüfer: „Raubritter, ich hab dich mit deiner Karre herfahren und um die Ecke parken gesehen! Jetzt mach! Gib Gas!“

Ich fuhr. Bestand.

Und bin dann heimgefahren wie hergekommen — nur diesmal MIT Führerschein.

Die RD war cool. Aber ich wollte in einen Club. Und da galt: 500 ccm Minimum.

Also: XJ 650.

Yamaha XJ 650 — „WO IST MEIN GELD!“

Die XJ wollte ich verkaufen. Übernommen hat sie der Schlumpf — ein Kumpel, der selbst nur ein Mofa fuhr. Und eine Halbschale.

Der Möchtegern-Käufer kam zur Probefahrt. Ohne Helm. UND ohne Führerschein.

Kurve. Rollsplitt. Boom.

Er landete im Krankenhaus, wo sie ihm die Steine aus dem Kiefer operieren mussten.

Ich hin. Ans Krankenbett. Am Kragen geschüttelt:

„WO IST MEIN GELD!“

Jung war ich. Zart besaitet eher nicht.

Suzuki GS 750 R — die Beichte

Bei der GS muss ich was beichten. Ich schäme mich bis heute.

Ich habe sie BENUTZT. Nichts gemacht. Kein Ölwechsel. Keine Pflege. Nicht einmal GEWASCHEN.

Dabei war sie eine RAKETE.

Dunkelblau, Silber, Schwarz. Und dieses rote R auf der Verkleidung. Eine GS 750 R. Ja — R! Keine GSX. Selten. Und ich? Keine Ahnung, was ich da hatte.

In der Stadt habe ich ALLES stehen lassen. 1000er, die kleinen 250er-Kisten — egal.

Einmal, nach der Kneipe: Rennen zum Steno. Wer wird Erster. Ich vorne weg — auf einmal im Spiegel: FUNKEN. Fidis GPZ 1000 liegt auf der Straße, Benzin läuft aus. Wir hin, Bike aufgestellt. Fidi kommt die Böschung hoch, schmeißt seinen Helm auf den Boden und schreit:

„Ist die SCHEISS KARRE schon WIEDER HIN!!!“

Die GS lief. Immer. Obwohl ich nichts für sie getan habe.

Am Ende habe ich sie dem Händler zurückverkauft. Sein Kommentar: Er habe noch nie ein so runtergekommenes Bike gesehen.

Das sitzt bis heute.

Die Lektion

Heute weiß ich, was ich damals hatte. Ein seltenes Stück — und ich habe es verkommen lassen.

Deshalb bekommt heute jedes Bike, was es braucht. Drei verschiedene Öle im Evo. Kettenspanner, bevor er nötig wird.

Karl wird nie erfahren, wie es der GS ergangen ist. Die Strafe kam trotzdem: Führerschein weg. Und ich wurde Musiker. Doch das ist wieder eine andere Geschichte …