Weg von, hin zu

Ob wir es wirklich wahrnehmen oder nicht, wir bewegen uns im Leben im Grunde auf eine von zwei Arten. Jeder von uns hat eine bevorzugte Strategie: Entweder gehen wir gezielt auf das zu, was wir wollen – oder wir weichen dem aus, was wir um keinen Preis erleben möchten. Auf den ersten Blick könnte man meinen, beides führe am Ende zum gleichen Ziel. Doch das Leben ist leider viel komplexer.

Stell dir das Leben als ein riesiges, offenes Feld voller Möglichkeiten vor. Von jedem Punkt aus gibt es viele mögliche Wege, und das, was wir wollen, und das, was wir unbedingt vermeiden wollen, ist über das gesamte Feld verstreut. Manchmal liegt das Gewünschte direkt hinter dem Ungewollten – und manchmal sind die beiden sogar miteinander verwoben.

Wie wir uns durch dieses Feld bewegen, hängt stark davon ab, ob wir mehr damit beschäftigt sind, das Schlechte zu vermeiden, oder ob wir bewusst auf das Gute zugehen. Viele von uns wählen die „Weg-von“-Route. Geprägt durch frühere Erfahrungen neigen wir dazu, Probleme zu umschiffen, anstatt nach großartigen Möglichkeiten zu suchen. Wenn dann wirklich eine unerwünschte Möglichkeit auftaucht, geraten wir in Panik und fliehen oft in die andere Richtung.

Und dann gibt es diese anderen Leute – vielleicht Kollegen, vielleicht Fremde –, die selbstbewusst und zielstrebig durchs Leben gehen. Sie lassen sich von Schwierigkeiten nicht aufhalten, sondern richten ihren Fokus fest auf ihre Ziele. Diese Menschen operieren mit einer „Hin-zu“-Philosophie: Sie wissen, dass die Herausforderungen auf ihrem Weg ein Teil des Fortschritts sind.

Wo bei mir der Groschen fiel

In der Ausbildung wurde es für mich sehr deutlich — und zwar nicht in der Theorie, sondern live vor meinen Augen.

Da wurde gebrüllt und gestritten — obwohl alle genau dasselbe sagten. Keiner wollte seinen Standpunkt verlassen, obwohl alle total unzufrieden waren. Jeder hatte seine genaue Vorstellung wer was macht. Jeder war der Chef.

Da kocht zum Schluss keiner. 😄

Und dann kam der Moment wo ich mich selbst erkannte. Auch ich bewegte mich oft weg von Dingen — weg vom alten Ich, weg von Situationen die mich einengten. Aber ich hatte kein klares Ziel vor Augen. Nur die Flucht.

Die Erkenntnis die alles verändert hat: Das Einzige was ich wirklich ändern kann ist wie ich darauf reagiere. Nicht die Situation. Nicht die anderen. Meine Reaktion.

Gleiches zieht Gleiches an. Moving Forward statt Moving Away. Das ist kein Zufall — das ist Systemdynamik. Und ich konnte die Stimmung in einem Raum verändern. Nicht durch Reden. Durch meine Haltung.

Wer im Hin-zu-Modus lebt — Moving Forward statt Moving Away — verändert nicht nur seine Richtung. Er verändert seine Energie. Und damit was und wen er anzieht.

Das ist keine Esoterik. Das ist Systemdynamik.

Wie du das für dich nutzen kannst

Schritt 1 — Bestandsaufnahme: Wo stehst du gerade? Ehrlich.

Schritt 2 — Ziele klären: Was willst du unbedingt vermeiden? Und was willst du wirklich erleben, erreichen, spüren?

Schritt 3 — Kriterien setzen: Welche konkreten Verhaltensweisen bringen dich weg von dem was du nicht willst — und welche führen dich hin zu dem was du anstrebst?

Schritt 4 — Stattdessen-Wege: Neue Schritte und Handlungen die du bewusst einbaust — um dich dem Leben anzunähern das du wirklich willst.

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